St. Anna und St. Katharina - Kirche am Lutherweg

Neue Kunst am Lutherweg

Der Festakt am 03. November 2013 in unserer Dorfkirche mit der Präsentation der 7 Buntgalsfenster des "Gützer Fensterzyklus" von Markus Lüpertz vor Vertretern des Landes Sachsen- Anhalt, des Saalkreises und wichtiger Sponsoren stellte den Höhepunkt in der Arbeit des Fördervereins "Gützer Kirche e.V." und der künstlerischen Umsetzung durch den Malerfürsten Markus Lüpertz sowie des Glasstudios "Derix" aus Taunusstein dar.


           

                                                                    


Das Medieninteresse für die "Neue Kunst am Lutherweg" war groß. Die neuen Buntglasfenster, teils mit "spätnazerenischen " Teilen aus den Jahren 1910/1917 wurden von Markus Lüpertz mit seinen zeitgenössischen Ergänzungen "kraftvoll" erneuert. So entstand, wie der Glaskunstexperte des Landesamtes für Denkmalpflege, Holger Brülls, treffend ausführte, eine neue Körperlichkeit. Dies komme bei den von Markus Lüpertz neu geschaffenen Bildern des "Gützer Engels", des "Wegschauers" und des "Wiederaufbauers" besonders stark zum Tragen.

Beeindruckend ist die Farbkraft, das Verschmelzen von Tönen und die schillernde Lichtbrechungen durch eingefügte gemusterte Glassorten. Markus Lüpertz hat in Ansätzen Züge der mittelalterlichen Malerei und Ornamentik aufgenommen, hat bei den Figuren, wie Günter Kowa in seinem Beitrag in der Mitteldeutschen Zeitung ausführt,  hervorgehoben,  dabei aber nicht mit der Tradition gebrochen, jedoch sie ironisiert und übersteigert.

                                                                               

Hoffen wir, dass das geschaffene Gesamtkunstwerk von Markus Lüpertz viele interessierte Besucher nach Landsberg und in unsere Dorfkirche zu Gütz bringt. Die Neue Kunst am Lutherweg mit dem Fensterzyklus von Markus Lüpertz wird ihren Platz in Mitteldeutschland auf den Weg von Naumburg über Leipzig nach Halberstadt finden und damit eine Bereicherung von Buntglasfenstern in sakralen Bauten sein.


Kurzfassung zur  Geschichte des seit 2008 laufenden Projektes unseres Fördervereins


Die Mitglieder des Fördervereins Gützer Kirche e.V. hatten am 26.10.2008 beschlossen, das Projekt „Buntglasfenster“ als Beitrag zur gegenwärtigen Lutherdekade (2010-2017) zu starten.

Die Buntglasfenster mit den Porträts von Luther, Melanchthon sowie den Darstellungen von Jesus und zwei Evangelisten schmückten seit der Zeit ab 1910 – 1915 die Chorfenster des Gotteshauses in Gütz. Nach der Stilllegung der Kirche wurden die Fenster durch Vandalismus stark beschädigt und auf Initiative unseres Ehrenvorsitzenden, Herrn Oberpharmazierat  H.-W. Borgass geborgen und im Landsberger Museum eingelagert. Seit 2008 befinden sich die so gesicherten Teile wieder in der Gützer Kirche.

Zunächst erhofften wir uns mit der Kontaktaufnahme zu den Glaswerkstätten Schneemelcher in Quedlinburg, als Nachfolger der damaligen Herstellerfirma Fred Müller, den Zugang zu den historischen Entwürfen um somit auch die Entwurfskosten geringer zu halten. Leider sind diese alten Entwürfe nicht mehr verfügbar.

Wir traten deshalb mit verschiedenen Fachleuten und einem Künstler im Kontakt, um Entwürfe und Angebote zur Restaurierung und Komplettierung der 7 Buntglasfenster zu erhalten.

Pressetipp: Ein aktueller Artikel in der Zeitschrift "Monumente" der Deutschen Stiftung Denkmalschutz befasst sich mit "Zeitgenössischer Kunst in alten Kirchen", speziell auch mit den entstehenden Kunstwerken in Gütz: Zum Artikel "Kunst kennt keine Provinz" von Julia Ricker

Liste der bisherigen Spender für das Projekt "Buntglasfenster"

Markus Lüpertz in Mitteldeutschland


Markus Lüpertz präsentierte seine Entwürfe für die Gützer BuntglasfensterZunehmend entwickelte sich der Kontakt zu Derix Glasstudios in Taunusstein.  Konstruktive Anregungen erhielten wir von dort insbesondere durch eine uns kostenlos zur Verfügung gestellte Kosteneinschätzung für die Wiederherstellung der alten Fensterbilder. Aus dieser sind die Kosten für die Restaurierung der vorhandenen Bilder, für die erforderlichen Entwürfe in historischer bzw. zeitgenössischer Ergänzung und für die Herstellung/Verbringung der Fensterfelder im Kirchenraum enthalten. Mit der Entscheidung zu einer zeitgenössischen Ergänzung gelangten wir zu Prof. Markus Lüpertz, einem deutschen Maler, Grafiker und Bildhauer, ehemaliger Rektor der Kunstakademie Düsseldorf, der mit Derix Glasstudios entsprechende Projekte realisiert. Unsere vorhandenen Fensterfelder sind durch Farbe, Figur und Gegenstand gekennzeichnet. Seine Arbeiten zeugen vom Festhalten an diesen Merkmalen. Am Beispiel seiner von Derix Glasstudios realisierten Entwürfe in der St. Andreaskirche zu Köln konnten wir uns von dessen künstlerischer Handschrift überzeugen.

Im Februar besuchte uns Professor Lüpertz in unserer Kirche und sagte bei entsprechender Zuarbeit unsererseits die Übernahme der Gestaltung der Entwürfe zu. Seine voraussichtliche Lieferung in Originalgröße ist für den Spätsommer angesagt. – Zwischenzeitlich wurde von uns die zuständige Bearbeiterin für Kunst beim Konsistorium Magdeburg Frau Dr. Seyderhelm angesprochen und sie hat sich vor Ort über unsere Aktivitäten informiert. Sie hat unser Vorhaben befürwortet und ist von der Verbringung von Arbeiten des Prof. Lüpertz und Realisierung mit Derix Glasstudios in einer mitteldeutschen Kirche sehr angetan. Es erfolgt nunmehr noch die Einbeziehung des Landesamtes für Denkmalpflege. Die Zustimmung des Gemeindekirchenrats wurde schriftlich eingeholt. Telefonisch wurden wir informiert, dass der GKR dem Projekt zugestimmt hat.

Nach Fertigstellung der künstlerischen Entwürfe wird eine spezielle Broschüre anschaulich über Details der Ausführung und konkrete objektbezogene Spendenwünsche informieren.

Ab 2012 erfolgte die Sanierung des Tonnengewölbes im Kirchenschiff. So konnte  parallel  mit der Herstellung und Restaurierung der Fenster in 21 Feldern erfolgen.

Zur  Finanzierung der Wiederherstellung der vorgenannten “Lutherbilder” wurde beschlossen, ein gesondertes Spendenkonto einzurichten. Ein spezieller Flyer machte  das Projekt bundesweit bekannt  und vermittelte auch gleichzeitig etwas über die  Arbeit des Vereins. Wir suchten und fanden Unterstützer und Förderer zur Erreichung der anspruchsvollen Zielstellung!